Fallstudien

Fallstudien

Die folgenden Fallstudien demonstrieren beispielhaft Probleme, die entstehen können, wenn Bilder nicht mit Rechtsschutz ausgestattet sind. (Laden Sie die Fallstudien als PDF herunter.)

Angefochtenes Model-Release

Model Release Image

Bild dient nur zu Darstellungszwecken

Eine Mutter hat für ihre Tochter, die als Kind bei einem Fotoshooting vor der Kamera stand, ein Model-Release unterzeichnet. Die Bilder sollten ursprünglich für einen Magazin-Artikel verwendet werden. Jahre später entdeckte die Tochter eines der Bilder auf der Verpackung eines elektronischen Produkts. Mutter und Tochter verklagten sowohl den Produkthersteller als auch den Fotografen und machten Schadensersatzansprüche geltend, wegen Verwendung der Aufnahme für verkaufsfördernde Zwecke.

Alle Ansprüche und Kosten, die bei Abwehr der Klage gegen den Hersteller und die Werbeagentur entstanden, übernahm die Bildagentur, bei welcher das Bild lizenziert wurde. Da das Bild nicht implizierte, dass das abgebildete Model das Produkt nutzt oder empfiehlt und da die Mutter ein rechtskräftiges Model-Release unterzeichnet hatte, das jegliche zukünftige Verwendung, die der Fotograf wünscht, erlaubte, befand das Gericht in den USA, dass keine Ausgleichs- oder Schadensersatzzahlungen fällig waren.

Personenverwechslung

Woman Smiling

Bild dient nur zu Darstellungszwecken

Eine Familie beschuldigte ein Unternehmen für Grußkarten, ohne Erlaubnis das Foto eines Familienmitglieds für eine Reihe von humorvollen Produkten (Geschenktaschen, Grußkarten, Produktverpackungen und Displays in Geschäften) genutzt zu haben. Die Grußkartenfirma suchte Rat bei der Fotoagentur, von welcher das Bild lizenziert wurde, um sich vor den Ansprüchen und Forderungen der Familie zu schützen.

Der Fotoagentur gelang es, eine rechtsgültige Freigabe des entsprechenden Models zu erhalten, wobei sich herausstellte, dass es sich bei der abgebildeten Person – trotz großer Ähnlichkeit – nicht um das besagte Familienmitglied handelte. Die Agentur produzierte zum gleichen Zeitpunkt zusätzliche Bilder, die das Model in unterschiedlichsten Kulissen und aus verschiedenen Blickwinkeln zeigte. Auf einigen Bildern war keine Ähnlichkeit mit dem Familienmitglied zu erkennen. Die Familie war überzeugt und die Ansprüche wurden fallen gelassen.

Gefälschtes Eigentums-Release

Building in the woods

Bild dient nur zu Darstellungszwecken

Ein Hausbesitzer entdeckte sein Anwesen in einer Werbung für ein Kreditkartenunternehmen. Er wusste, dass er nie sein Einverständnis dafür gegeben hat, das Haus fotografieren zu lassen. Obwohl die Bildagentur ein unterzeichnetes Eigentums-Release für das Bild vorweisen konnte, ergaben weitere Untersuchungen durch die Agentur, dass der Fotograf das Eigentums-Release gefälscht hatte.

Die Bildagentur einigte sich mit dem Hausbesitzer und schützte sowohl die Werbeagentur wie auch das Kreditkartenunternehmen vor allen Forderungen und Ansprüchen. Die Bildagentur beendete die Zusammenarbeit mit dem Fotografen. Seine Bilder wurden aus der Kollektion entfernt.

Unerlaubte Nutzung

Building and young woman

Bild dient nur zu Darstellungszwecken

Als ein Hausbesitzer sein Zuhause in der Werbung für eine Bank entdeckte, legte er Widerspruch ein. Die Werbeagentur der Bank hatte das Bild bei einer Fotoagentur lizenziert, die über ein noch gültiges Original-Eigentums-Release des vorherigen Hausbesitzers verfügte. Der aktuelle Hausbesitzer hat daraufhin die Klage fallen gelassen.

Bitte beachten Sie: Obwohl Eigentums-Releases für abgebildete Häuser gesetzlich nicht erforderlich sind, verlangen viele Agenturen grundsätzlich die Freigabe für die werbliche Nutzung, um zu vermeiden, dass der Kunde mit Rechtsansprüchen konfrontiert wird.


Verstoß gegen das Markengesetz

chocolates

Bild dient nur zu Darstellungszwecken

Ein Süßwarenhersteller behauptete, dass seine Produkte auf einem Bild verwendet und damit sein Markenzeichen verletzt wurden. Er forderte die Agentur auf, das Bild aus der Kollektion zu entfernen. Die Bildagentur hingegen bestand darauf, dass die abgebildeten Pralinen von einem professionellen Konditor angefertigt wurden, der eigens vom Fotografen engagiert wurde, „typische“ Pralinen für das Fotoshooting zu fertigen.

Ferner wies die Agentur darauf hin, dass das Markenzeichen des Süßwarenherstellers auf dem Foto nicht auftauchte. Die Agentur sicherte sich darüber hinaus mit einem Rechtsgutachten ab, dass die Darstellung von gängigen Objekten auf einem Foto weder das Markenrecht verletzt noch Verbraucher dahingehend irreführt, dass ein spezieller Süßwarenhersteller das Foto in irgendeiner Art und Weise produziert, empfiehlt oder sponsert. Die Ansprüche wurden danach fallen gelassen.

Doppeleinreichung

Two images of a girl

Bild dient nur zu Darstellungszwecken

Ein Fotograf reichte verschiedene Bilder des gleichen Fotoshootings bei zwei Bildagenturen ein. Agentur A vergab für ein Foto eine Lizenz zur werblichen Nutzung an ein Versicherungsunternehmen. Agentur B erkannte das Bild wieder und legte Einspruch wegen unerlaubter Nutzung gegen das Versicherungsunternehmen ein.

Das Versicherungsunternehmen bat Agentur A, die Angelegenheit mit Agentur B zu klären. Das Ergebnis: Agentur B entfernte die „ähnlichen” Bilder aus ihrer Kollektion, um solche Probleme zukünftig zu vermeiden. Beide Agenturen wiesen den Fotografen darauf hin, Bilder des gleichen Shootings nicht mehr als einer Agentur anzubieten.